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Zu Besuch bei Siebe Dupf in Liestal

Aktualisiert: 5. Mai


Nicolas Neuhaus, Geschäftsleiter Siebe Dupf

Wenn die Kirschessigfliege ihm nicht gerade Kopfschmerzen bereitet, strahlt Nicolas Neuhaus, Geschäftsführer von Siebe Dupf, bis über beide Ohren, sobald er über seinen Wein spricht. Sein Herzblut, welches in der traditionsreichen, Baselbieter Kellerei Siebe Dupf steckt, spürt man sofort.


Nicolas Neuhaus, gelernter Hotelier und Weinakademiker, erzählt mir am Tisch in der “Weinstube“, dass er sein Hobby zum Beruf machen durfte. An seiner Art wie er das sagt, merke ich sofort, dass dies für ihn nicht bloss eine Floskel ist. Bereits 2009 ist er zur Kellerei Siebe Dupf in Liestal dazugestossen und prägt seither mit seiner offenen Art die Kellerei, in der Tradition und Innovation eng miteinander verwoben sind.

Auf dem Rundgang durch den Betrieb merke ich schnell, Nicolas Neuhaus und sein Team kennen alle Rebbäuerinnen und -bauern von denen sie Trauben keltern persönlich – und das ist ihnen auch wichtig. Denn Nicolas Neuhaus sagt:


«Wenn du keine guten Trauben hast, bekommst du auch keinen richtig guten Wein hin».


Deshalb achten sie sich bei allen Trauben, die ihnen anvertraut werden oder sie von den eigenen Reben haben, auf allerhöchste Qualitätsstandards.


Wir gehen weiter zur Abfüllanlage, wo das Team an einer grossen Maschine gerade einen Cuvée aus dem Baselbiet in Flaschen abfüllt. In der Halle riecht es süsslich nach Weisswein und ich lerne dort den Kellermeister Thomas Engel kennen. Thomas erzählt mir, wie er jedes Jahr im Juli und August im ganzen Baselbiet herumreist, um alle Reben ihrer Partner zu besuchen. Denn wenn die Trauben zu reifen beginnen und die Sommersonne ihnen langsam die Süsse in die Früchte treibt, muss er sicherstellen, dass nur die besten Trauben in seine Weine kommen. So entsteht eine enge Zusammenarbeit.

Kellermeister Thomas Engel

Der Kellermeister führt mich zum grossen Stahltank, in dem der nächste Weisswein aufs Abfüllen wartet, und schenkt direkt aus dem Tank einen köstlichen und süssen Weisswein zum Probieren ein. Der Zufall will es, dass es ein «Kerner» ist – ein Weisswein aus dem Baselbiet, den es auch bei mir in der bistrobar&buvette zum Probieren gibt.



 

Im Weinkeller erzählt mir Nicolas dann, dass auch das Thema Nachhaltigkeit ein Prozess ist, der sich bei ihnen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation bewegt. Das Tempo, in dem sie Nachhaltigkeit auf allen ihren Produktionsstufen einfliessen lassen können, gilt es ständig auszuloten. Mir wird schnell klar, dass dies keine einfache Aufgabe ist und es auch ein ständiges Abwägen zwischen Theorie und Praxis erfordert. So ist beispielsweise bei biologischen Weinen die Kupferbelastung noch immer eine Herausforderung. Auch der kostspielige Zertifizierungsprozess hält viele Bäuerinnen und Bauern davon ab, sich zertifizieren zu lassen, obwohl sie biologisch oder biodynamisch produzieren. Doch in den Rebbergen habe sich bereits Einiges getan, sagt Neuhaus, sodass man sich dort schon viel mehr darauf achtet, anders mit dem Boden zu arbeiten, um die Biodiversität in den Rebbergen zu fördern.


 

Um Ressourcen zu schonen, testen sie gerade den Umstieg auf dünnwandigere Flaschen. Ein weiteres Nachhaltigkeitsprojekt von Siebe Dupf, welches CO2 einsparen wird. Die Herausforderung: Die Flaschen müssen weiterhin genug robust sein, um ihre Funktion zu wahren und Stössen standhalten zu können. Der Vorteil: Die dünneren Flaschen reduzieren das Gewicht, welches transportiert werden muss. Und dies freut sicherlich auch den Aussendienstler, der seit einigen Jahren mit dem Cargo-Velo für Siebe Dupf die Kunden in Basel mit leckeren Weinen beliefert.


Am Ende lasse ich Nicolas Neuhaus noch vor der Kellerei in der Sonne für Fotos posieren. Auf der Wand steht in grossen Lettern «Charakter, Qualität, Genuss» – was Siebe Dupf (und auch Nicolas) in meinen Augen sehr gut in drei Worten beschreibt.

 

walther arbeitet mit Siebe Dupf zusammen, weil sie mit einer spürbar grossen Passion Wert auf die Qualität der regionalen Weine aus dem Baselbiet setzen und die Bäuerinnen und Bauern kennen, die ihnen die Trauben liefern.





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